Torfbett, Torf-Unterbett - Ein Erfahrungsbericht
Entgegen aller Erwartungen war allerdings schon die Beschaffung eines
Unterbetts mit hohem Torfanteil schwierig.
Schließlich wurden wir bei der Firma "Kleiner Naturbetten" fündig. Diese Firma stellt Torf-Unterbetten mit bis zu 60% Torf-Anteil her.
Wir entschieden uns für ein Unterbett aus 50% Torf und 50% Wolle, Einschütte aus Baumwoll-Perkal kbA.
Es war gut, daß uns der Hersteller schon darauf hingewiesen und ein Lüften vor dem Gebrauch empfahl - das Torf-Unterbett roch tatsächlich nach dem Auspacken intensiv nach Torf.
Diesen torfigen Duft kennen erfahrene Whisky- und Whiskey-Genießer von mit getorftem Malz destillierten Whisk(e)y-Sorten. 
Nach gründlichem Lüften, vom Morgen bis zum Abend, war die Intensität gewichen. Das Unterbett roch jetzt angenehm nach torfiger Wolle und wurde sogleich mit den angenähten Gummibändern auf die Matratze gespannt.
Obwohl noch ungewohnt war die erste Nacht auf dem Torfbett angenehm. Die Körperwärme - und darum ging es ja bei diesem Test - staute sich nicht so unangenehm unter dem Körper wie man es von der Schaum-Matratze kannte.
Was jedoch besonders überraschte war ein eigenartiges Gefühl von Vertrautheit. Diese Empfindung verfestigte sich in den folgenden Nächten und Monaten auf dem Torf-Bett.
Lange hatten wir über die Ursache dieser Wahrnehmung gerätselt. Bis uns, in Vorbereitung zu einem anderen Beitrag, ein Buch von dem Geruchsforscher, Hans Hatt** in die Hände kam. Demzufolge hat das Max-Planck-Institut in einer wissenschaftlichen Umfrage festgestellt:
Wir Deutschen lieben besonders den Geruch von Holz, Gras, Erde..... etc.
Gleichgültig ob es der Geruch nach Erde oder Torf ist, oder die Kausalität der gefühlten Vertrautheit außerhalb der Vermutung liegt:
Fakt ist, daß wir (insgesamt 3 Probanden) uns auf einem Torfunterbett sehr wohl
fühlen. Dieses wunderbare Gefühl von Vertrautheit nicht missen möchten und daher seit 2 Jahren, Sommer wie Winter, auf einem Torf-Unterbett bestens schlafen. Das Gefühl welches das Torfunterbett erweckt ist so nachhaltig, daß man - wir haben es mehrfach versucht - ohne Torf kaum mehr schlafen kann.
Fazit:
Das Unterbett aus 50% Torf und 50% Wolle ist aus unserer Erfahrung für jede Jahreszeit geeignet.
Beim Gebrauch kommt jedoch die geringere Haltbarkeit der Torffasern gegenüber der Schafwolle zur Geltung. Je nach Nutzungsintensität findet man nach einiger Zeit, durch den Abrieb der Torffasern, einen »torfigen Schleier« unter dem Unterbett.
Wir betrachten das Torfbett jedoch als »Therapeutisches Bett« und nehmen den »Hauch von Torf« hin. Durch absaugen läßt sich der Torfabrieb zudem weitestgehend entfernen.
Bei trockenem Wetter empfiehlt sich das Ausschütteln und Lüften der Torf-Unterbetten. Dies gilt auch für alle andere Bettwaren die man aber niemals in die Sonne legen sollte.
**Niemand Riecht So Gut Wie Du - ISBN 978-3-492-45747-3
Lesen Sie auch den Beitrag: Das Torfbett, Torf-Wolle, Torf-Bettwaren


