Flachs, Lein - Linum Usitatissimum
auch Lein, ist eine uralte, überaus vielseitige, für verschieden Zwecke gezüchtete Kulturpflanze. In einer Ausgrabungsstätte bei Ali Kosh im Iran wurden Flachssamen gefunden deren Alter auf 10 000 Jahre bestimmt wird.
Flachs wird heute noch in Belgien und Nordfrankreich angebaut, hat jedoch lediglich einen Marktanteil von 1 bis 2 % an der weltweiten Faserproduktion.
Man unterscheidet:
Faserflachs, Faserlein - für die Produktion von Leinen, Schnüre, Dämmstoffe und medizinische Produkte
Ölflachs, Öllein - Flachs zur Gewinnung von Leinsamen, Oel. Futtermittel etc.
Ölfaserflachs, Ölfaserlein - Kreuzung der zuvor genannten und dadurch vielseitig zu verwenden.
Leinen war der klassische Stoff früherer Bettwäsche. Daher auch der Name
»Leintuch« welches heute überwiegend aus Baumwolle hergestellt wird.
Doch erlebt Flachs, durch seine besonderen Eigenschaften und das gestiegenen Umweltbewußtsein, zur Zeit eine Renaissance und wird vor allem in Sommer-Bettwaren und Textilien für die wärmere Jahreszeit verarbeitet.
Rechts im Bild:
Die Reklamemarke aus der Zeit um 1900 zeigt, welche Bedeutung Leinen früher hatte.
Flachs oder Lein findet auch in der Volksmedizin seine Verwendung. Leinsamenbrei wird bei Geschwulsten, Furunkeln und Entzündungen auf die entsprechende Körperstelle aufgelegt. Flachssamentee wird bei vielerlei inneren Beschwerden ( Darmentzündung, Kolik, Steinleiden, Husten, schmerzhaftem urinieren etc.) empfohlen. Mit Flachssamenöl oder Leinöl reibt man bei Rheuma die schmerzhaften Körperstellen ein.
Siehe auch Leinen
Quelle:
Naturfaser-Lexikon, Prof. Dr. Anton Schenek ISBN:3-87150-638-9


