Betten- und Schlaf - Journal

Aktuelles und Historisches rund um das Bett und den Schlaf

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Bettwachs

Als es noch nicht möglich war daunendichte Gewebe zu fertigen, mußte ein Inlett, daß Daunen oder Federn nicht durchstachen, auf der Innenseite beschichtet werden. Hierzu wurden verschiedene Materialien verwendet.

Hier ein Rezept für Bettwachs von ca. 1920
Zur Herstellung eines richtigen Bettwachses bedient man sich folgender Bestandteile:

250 Gramm schöne Stearinseife werden in 1 Liter Wasser gekocht, dann gießt man langsam 210 Gramm reines weißes, zerlassenes Wachs in die warme Seifenlösung und mengt alles tüchtig durcheinander, nimmt die Masse nun bei Seite und rührt sie zu einem sogenannten steifen Schnee; weißes Wachs ist billiger von den Konditoreien und Drogerien als von den Apotekhen zu beziehen. Einige Tropfen rektifiziertes Terpentinöl zugesetzt ist sehr zu empfehlen.

Nun lege man je ein Inlet auf den Tisch, tauche einen breiten Pinsel in den Schnee und bestreiche damit das ganze Stück dünn (in der Art wie man einen Lack aufträgt), hänge es dann auf und fülle andern Tags die Federn wieder ein.

Oder: man bügelt noch vor dem Einfüllen über den ganzen Anstrich mit einem heißen Bügeleisen und hänge hierauf das Bettstück an die Luft.

Auf diese Weise wird eine gleichmäßige, feine Glasur erzeugt, die den Stich der Federkiele abhält, die Außenseite durchaus  fleckenlos und  sind die Bettstücke weder steif noch rauschend. das zur Herstellung des Bettwachses angegebene Quantum ist für ein vollständiges Bett berechnet.

Aus:
Bettfedern und Roßhaar von Sophie Maier-Streib / Leider ohne Jahr-Angabe
 

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